Ebnat

Der Stadtbezirk Aalen-Ebnat, malerisch in der muldenartigen Vertiefung des vorderen Härtsfeldes gelegen, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem beliebten Wohnstandort entwickelt. Der Stadtbezirk Aalen-Ebnat mit seinen Teilorten Aalen-Niesitz und Aalen-Affalterwang zählt derzeit rund 3.300 Einwohner. Die Markungsfläche beträgt insgesamt 2.109 Hektar.

Geschichtliches

Lange Zeit vor der ersten urkundlichen Erwähnung durch Papst Bonifaz VIII. im Januar 1298, gab es in Ebnat erste Siedler. Hallstattliche Grabhügel aus der Zeit um 800 bis 400 vor Christus zeugen von einer Besiedelung durch die Kelten, deren Spuren sich jedoch im Dunkel der Geschichte verlieren.

Aus der nachfolgenden Zeit der Römer und Alemannen gibt es keine Zeugnisse oder Hinweise. Eine Wiederbesiedelung fand wohl im 8. und 9. Jahrhundert, der Zeit des 2. Landausbaus, statt. Bei der urkundlichen Erwähnung 1298 war Ebnat bereits eine größere Ansiedlung mit Pfarrkirche und Marienpatrozinium, die zum Kloster Neresheim gehörte. Der Name der Ortschaft leitet sich ab aus dem hochmittelalterlichen Ebenoet (Ebene) im 10./11. Jahrhundert.

Das Jahr 1298 und die Folgezeit waren geprägt vom grundlegenden Konflikt zwischen Kaisertum und Papsttum. Die Grafen von Dillingen als Vertreter des Papstes, und die Grafen von Oettingen auf der Seite der Staufer, kämpften in wechselvollem Streit um ihren Einfluss. 1398 wird in Ebnat eine Zollstatt errichtet, die den Oettingern zu einer wichtigen Einnahmequelle erwächst.

Ortsansicht Ebnat
Ortsansicht (© Hansheinz Müller Philipps Sohn)

Fürchterliche Schäden richtete der 30jährige Krieg in dem kleinen Ort an. Schutzlos waren die Härtsfeldgemeinden der bewaffneten Soldateska ausgeliefert, die sengend und mordend durch das Land zog. Weiler wie Affalterwang oder Elchingen wurden ausgelöscht. Ebnat selbst wurde auf ein Viertel seiner Bürger dezimiert. Erst im ausklingenden 17. Jahrhundert hatte die Gemeinde wieder Tritt gefasst.

1764 gelangte Ebnat unter den Einfluss des Reichsstiftes Kloster Neresheim, dessen Herrschaft erst mit den napoleonischen Kriegen endete. Das Kloster wurde aufgelöst, und seine Besitzungen fielen an das Fürstenhaus Thurn und Taxis. 1806 erfolgte der Wechsel zum Königreich Bayern, und 1810 schließlich landete der Ort beim Königreich Württemberg. Zum Oberamt Neresheim gehörend, zählte die Gemeinde zusammen mit Affalterwang, Niesitz und Diepertsbuch bereits über 1000 Einwohner. Seit dieser Zeit wird im Ortswappen das Häfnerhäuschen geführt.

Die Zeit der beiden Weltkriege hinterließ in der ländlichen Gemeinde tiefe Spuren. Erst die Währungsreform 1948 gab das Startsignal für eine neue Entwicklung. Neben der traditionellen Landwirtschaft erblühten Handel und Gewerbe. Die Eingemeindung zur Stadt Aalen 1972 brachte Ebnat einen kräftigen Impuls für die Entwicklung von Infrastruktur und Wirtschaft sowie der Ausweisung von Neubaugebieten. Ebnat nimmt mit weit über 3000 Einwohnern den Spitzenplatz unter den Gemeinden des vorderen Härtsfeldes ein.

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